Ich bin heute aufgestanden… und unterrichtete Blues über Skype

Es passiert nicht jeden Tag, dass man einem Virtuosen gegenübersitzt. Micheal Rubin kann auf einige Erfolge in den über 30 Jahren zurückblicken, in denen er nun schon die Blues-Mundharmonika spielt. Er hat bereits mit einigen Stars der Volksmusik gespielt, spielte in einer Tony-nominierten Broadway Produktion (The Civil War) und spielte die amerikanische Nationalhymne bei einem Spiel der Houston Astros.

Das Auf und Ab im Leben eines Musikers hätte die Blues-Karriere Rubins schnell beenden können, doch er fand glücklicherweise einen neuen Weg, sein Talent weiter zugeben – er unterrichtet über Skype.

 

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Die Musikhauptstad der Welt (Einkommen nicht garantiert)

Rubin entdeckte Austin in Texas vor 20 Jahren und verfiel der „Hauptstadt der Live-Musik“. „Die Musik hat mich hergebracht“, erinnert sich Rubin während unseres Skype Gespräches in seinem Heimstudio. „Die Konzerte, die ich hier gebe sind unglaublich. Großartiges Publikum, nicht selten sind andere Musiker unter ihnen.“ Er hat sich einen guten Ruf in der Szene erarbeitet und wurde auch von der Legende Charlie Musselwhite für seine außergewöhnliche Unterrichtsmethode gelobt.

Aber der Überschuss an Musikern in Austin macht es schwer, mit der Musik seinen Lebensunterhalt zu verdienen. „Die Clubs zahlen nur sehr wenig und Bands spielen teilweise umsonst, nur um gesehen zu werden“, erzählte uns Rubin.

Das Unterrichten brachte Geld ein, aber sich nur auf die Schüler in der Umgebung zu verlassen, garantierte kein stabiles Einkommen. Und mit einer Frau und zwei Kindern war eine weitere Broadwayshow keine Option.

 

Eine Idee, gefolgt von einer Webcam

Er entdeckte Skype vor etwa 8 Jahren. „Ich erinnere mich, wie ich zu meiner Frau sagte, wenn ich eine Webcam hätte, könnte ich Schüler auf der ganzen Welt unterrichten“, erzählt er uns. Der erste Schritt war eine Annonce auf Craigslist, was sehr schnell Kreise in den online Community rund um Blues zog – dort war er bereits ein respektiertes Mitglied. Doch die größte Aufmerksamkeit erreichte er mit seinem YouTube Account. Durch seine Videos zu den Grundlagen des Mundharmonikaspielens, wurden Schüler auf ihn aufmerksam, die Privatunterricht nehmen wollten.

Heute, von seinem Zuhause in Süd-Austin aus, unterrichtet Rubin drei viertel seiner Schüler, im Alter von 5 – 85, über Skype. „Ich muss es einigen meiner älteren Schülern erst schmackhaft machen. Ich sage dann immer, es sei wie bei den Jetsons.“

Seitdem Rubin seine erste Webcam gekauft hat, hat er bereits etwa 800 Schüler unterrichtet – einige aus fernen Ländern wie Australien und Israel. Doch mindestens genauso wichtig ist, dass er sich eine Karriere aufgebaut hat, in dem er gemacht hat was er liebt. Wenn das Blues ist, sind wir dabei.

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